Archiv - Detailansicht
Mehr Hitzewellen: Extreme sind Folge des Klimawandels
Statt auf natürliche kurzfristige Klimaschwankungen ist der Temperaturrekord in der Region um die russische Hauptstadt auf den langfristigen Trend der Klima-erwärmung zurückzuführen, und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent, wie Analysen von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgen-forschung (PIK) ergaben. Sie entwickelten eine Formel zur Berechnung der Häufigkeit von Klimaextremen. Ihre Ergebnisse werden in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
„In vielen Ländern sind in den letzten Jahren nie dagewesene Wetterextreme zu beobachten, zugleich steigt die weltweite Mitteltemperatur seit Jahrzehnten steil an“, sagt Hauptautor Stefan Rahmstorf. „Wir haben untersucht, wie das zusammenhängt.“ Die Forscher machen in Zahlen fassbar, wie viele zusätzliche Wetterrekorde durch die Klimaerwärmung verursacht werden. Auch ohne Klimaerwärmung kann es durch natürliche Schwankungen zu neuen Rekorden kommen, aber deutlich seltener. Zunächst wenden die Forscher ihre Analysemethode auf Hitzerekorde an, zukünftig sollen auch andere Arten von Extremen untersucht werden. „Was die Temperaturen betrifft, so konnten wir zeigen, dass der Klimawandel unter dem Strich zu deutlich mehr Extremen führt“, so Rahmstorf. „Für die Menschen sind diese oft schädlich.“
Die Anzahl der Hitzerekorde wird umso größer, je steiler der klimatische Erwärmungstrend ist – starke Temperaturschwankungen von Jahr zu Jahr verringern dagegen die Zahl der Rekorde. Auf den ersten Blick wirkt dies widersprüchlich, denn für das Einzelereignis ist es natürlich die starke Schwankung, die den Rekord ausmacht. In der Summe aber führen heftige Schwankungen dazu, dass die einmal erreichten Spitzenwerte nicht so rasch wieder übertroffen werden. Aus dem Verhältnis von Erwärmungstrend zu Schwankungen lässt sich die erwartete Häufigkeit neuer Rekorde berechnen. Beobachtungsdaten stützen diese Berechnungen und werden durch die theoretische Erkenntnis erklärbar.
Extreme Kälte lässt die Menschen genauso leiden wie extreme Hitze. „Unsere Analyse zeigt aber leider, dass die Zunahme der Hitze-Extreme bei weitem nicht ausgeglichen wird durch eine Abnahme der Kälte-Extreme“, so der Co-Autor Dim Coumou. Diese Abnahme ist nämlich gering. „Insgesamt ist die Häufigkeit von monatlichen Temperaturrekorden schon um ein Mehrfaches angestiegen.“
Die ungekürzte Pressemitteilung finden Sie hier auf der Website des PIKs.
Quelle: PIK (24.10.2011)
Aktuelles
Ankündigung: Sachkundelehrgang Ver- und Entsorgung von Holz(heiz)kraftwerken am 26.06.2012 in Jena
Die Wirtschaftlichkeit von Biomasseheizkraftwerken hängt wesentlich von den Kosten und Qualitäten...
Netzwerk "Energie & Kommune" ein Angebot der Thüringer Energie- und GreenTech- Agentur (ThEGA)
Thüringer Kommunen kämpfen mit knappen Budgets und engen personellen Kapazitäten. So stellt sich...
Rückblick: Biomasseländertour 2012 in Thüringen
Als Abschluss der Bioenergie-Partnerschaften Ländertour 2012 fand in Thüringen die 12 und letzte...
Norwegische Delegation im Bioenergiedorf Schlöben
Sichtlich beeindruckt verließ am 18.04.2012 nach einer gut zweistündigen Exkursion eine...
Neue Software für die Vermarktung von Grün-Strom
Forscher des Fraunhofer-Anwendungszentrums Systemtechnik (AST) in Ilmenau haben zusammen mit dem...