Archiv - Detailansicht

01.11.2011 14:59 200 days

Wie viel Humus wird dem Boden durch Biogas-Gärreste zugeführt?


Das Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte (IASP) an der Humboldt-Universität zu Berlin führt bis 2014 umfangreiche Versuche zur Frage durch, wie viel Humus durch die Düngung mit Biogas-Gärresten in den Boden zurück geführt wird. Die Ergebnisse sollen in die weitere Optimierung der gängigen Humusbilanzmethoden einfließen und der Praxis zur Verfügung gestellt werden.

Die gesetzlichen Anforderungen an den Boden-, Klima- und Gewässerschutz steigen. Eine ausgeglichene Humusbilanz ist für diese Schutzgüter sowie allgemein für die Erhaltung der Ertragsfähigkeit der Böden von großer Bedeutung. Bei hohen Energiepflanzenanteilen und einer Ganzpflanzenverwertung ist diese in der Regel nur über die Düngung mit organischen Reststoffen möglich, die im Biogasbereich überwiegend auf Basis von Gärrückständen erfolgt. Auf ca. 60 Millionen Tonnen jährlich wird der Gärrestanfall der rund 6.800 Biogas­anlagen Deutschlands aktuell geschätzt. Wie gut die Humusreproduktionsleistung unterschiedlicher Gärrestqualitäten tatsächlich ausfällt, ist noch mit einigen Unsicherheiten  verbunden. Derzeit erfolgt die Bilanzierung in der landwirtschaftlichen Praxis über vereinfachte Modellierungs-Rechnungen. Für die weitere Verbesserung der Modelle werden systematische pflanzenbauliche Untersuchungen benötigt.

Mit dem jetzt startenden Projekt des IASP wollen die Forscher hierzu einen Beitrag leisten. Mit Hilfe von Bebrütungsversuchen im Labor, Abbauversuchen im Gewächshaus und Freilandversuchen wird die Humusreproduktion genau erfasst. Dabei kommen in erster Linie Gärprodukte aus NaWaRo-Anlagen auf den Prüfstand, außerdem steht der Einfluss des   Faktors Gärrestqualität, etwa in Form verschiedener Ausgangssubstrate, im Fokus. In anderen auch durch das BMELV geförderten Projekten wird parallel die Auswirkung unterschiedlicher Standort- und Bodenqualitäten untersucht.

Am Ende des Vorhabens soll auf Basis der erhobenen Daten ein Berechnungsmodell  entwickelt werden, um Humuswirkung, Kohlenstoff-Umsatz und Stabilität der mit den Gär­resten ausgebrachten organischen Substanz zu erheben. Das Modell kann gängige Humusbilanzmethoden wie VDLUFA oder REPRO ergänzen. Die Wissenschaftler wollen zudem Anwendungsempfehlungen zur Düngung mit Gärresten für die Praxis veröffentlichen.

Weitere Informationen zum Projekt können Sie hier unter www.fnr.de nachlesen.

 

Quelle: FNR (17.10.2011)



Aktuelles

Ankündigung: Sachkundelehrgang Ver- und Entsorgung von Holz(heiz)kraftwerken am 26.06.2012 in Jena

Die Wirtschaftlichkeit von Biomasseheizkraftwerken hängt wesentlich von den Kosten und Qualitäten...


Netzwerk "Energie & Kommune" ein Angebot der Thüringer Energie- und GreenTech- Agentur (ThEGA)

Thüringer Kommunen kämpfen mit knappen Budgets und engen personellen Kapazitäten. So stellt sich...


Rückblick: Biomasseländertour 2012 in Thüringen

Als Abschluss der Bioenergie-Partnerschaften Ländertour 2012 fand in Thüringen die 12 und letzte...


Norwegische Delegation im Bioenergiedorf Schlöben

 Sichtlich beeindruckt verließ am 18.04.2012 nach einer gut zweistündigen Exkursion eine...


Neue Software für die Vermarktung von Grün-Strom

Forscher des Fraunhofer-Anwendungszentrums Systemtechnik (AST) in Ilmenau haben zusammen mit dem...