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Energiekonzept und Energiereports für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen
An das erste Windrad in der Region, auf der Winne, hat man sich gewöhnt, bei dem einen ist es aber auch geblieben. Dagegen sind Biogasanlagen längst keine Seltenheit mehr. Und Solardächer gehören zum Stadtbild mittlerweile dazu.
Dass die regenerativen Energien in der Region Fuß fassten, hat auch mit Vordenkern wie Norbert Krah, Professor an Fachhochschule Schmalkalden, zu tun. Mit dem gemeinnützigen Verein Forschungs- und Bildungs- Fördergesellschaft (FBF), dessen Vorsitzender er ist, schufen Krah und seine Mitstreiter eine Möglichkeit, in der Region technische und ökologische Forschung und Bildung zu betreiben.
Ein Projekt der FBF ist nun, nach zehn Jahren, zum Abschluss gebracht worden. Es heißt "Energiekonzept und Energiereports für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen“.
Die Stadt "gerastert"
Natürlich handelt es sich dabei um eine auf wissenschaftlichen Daten basierende und mit wissenschaftlichen Methoden unterlegte Arbeit, die jedoch einen hohen praktischen Wert und Bezug hat. Ein Beispiel: In einem Jahr wurde ermittelt, welchen Energieträger die Schmalkalder und Wernshäuser Hausbesitzer nutzen. Dazu gehörte ein Gebäude-Check, indem beispielsweise die Art der Dämmung und das Baujahr erfasst wurden. Aus dieser energetischen Bewertung konnten die Wissenschaftler Gesamtverbrauch und Emission ab-leiten. Mit Hilfe des eigens entwickelten Programms "Digikat" fanden sie so heraus, wie viel Schadstoffe insgesamt pro Jahr ausgestoßen werden oder wie hoch der Wärmebedarf für die Stadt ist. Ganz Schmalkalden wurde dazu in Planquadrate aufgeteilt. Es entstanden ver-schiedene Übersichtskarten, wie ein Stromverbrauch-, ein Wärme- und ein Co2-Atlas. In Bezug zu anderen Daten gesetzt, wie die Erfassung der Windrichtung, ergab sich, dass keine größeren Industrieansiedlungen im Westen der Stadt empfohlen werden, sondern eher im Osten, Richtung Asbach beispielsweise.
Die FBF begleitete zudem über sieben Jahre die Entwicklung der Verbräuche von Elektro-, Gas- und Wärmeenergie von sechs metallverarbeitenden Firmen, zwei Lebensmittelerzeugern und zwei Agrargenossenschaften und setzte sie ins Verhältnis zu den betriebswirtschaftlichen Daten. Daraus wurden Schlussfolgerungen und Vorschläge zur Verbesserung der Effizienz abgeleitet. Die FBF entwickelte Computerprogramme für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Firmenneubauten, die bis zu sieben verschiedene Energieversorgungs-Varianten aufzeigen.
Der Energiereport wurde zum Gegenstand der energetischen Beratungen im Kreis. Der Kreistag und seine Ausschüsse befassten sich damit, bezogen bei politischen Entscheidungen die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler mit ein. Denn im Energiereport wurden energetische Schwachstellen an öffentlichen Gebäuden benannt und Maßnahmen abgeleitet. Auch beim Schulnetz, als es um Schließungen von Gebäuden ging, waren die Erkenntnisse des Energiereports mit von Belang.
Mehrere Hauptthemen, wie Solarenergie/Erdgasfahrzeuge/Holz- bzw. Biomasse, wurden seit dem Jahr 2000 unter die Lupe genommen.
Thema Biomasse: Mit dieser Entwicklung ist Norbert Krah sehr zufrieden. Die Vision vom Landwirt als Energiewirt ist längst keine mehr. "Bei der Biomasse haben wir den größten Sprung gemacht, weil man hier auch einen hohen Ertrag erzielt", freut sich Krah. Zwei Bio-gasanlagen in Breitungen, eine in Schmalkalden und die Firma Refood in Schwallungen stimmen optimistisch. Hier werde das Ziel, das Geld in der Region zu lassen, erfüllt.
Norbert Krah geht davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren der private Bedarf im Kreis aus regenerativen Energien gedeckt werden könne. Das wären ca. 1000 kW/h im Jahr. Mo-mentan stehen wir bei der Hälfte.
Den ausführlichen Artikel finden Sie hier
Quelle: iS (07.01.2012)
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