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Ilmenau: Spitze bei Energieeffizienz
Was kann Ilmenau noch verbessern am Ausbau der Versorgung mit erneuerbaren Energien? Und wo kann man Energie sparen? Städtische Energieversorger blicken derzeit ebenso weit in die Zukunft wie in die Vergangenheit. "Wir haben Daten aus den Jahren 1990 bis 2010 ausgewertet“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Veit Sengeboden, jetzt sind wir dabei, ein Konzept bis 2025 zu erstellen."
Die Stadt Ilmenau beschloss 2011, ein Energie- und Klimakonzept vom Leipziger Institut für Energie GmbH erstellen zu lassen. An der Umsetzung, Datenerhebung und Finanzierung des Konzeptes beteiligen sich die Ilmenauer Stadtwerke, die Ilmenauer Wärmeversorgung sowie die Stadt selbst. Die Kosten von 50 000 Euro für die Studie teilen sich diese drei Parteien.
Energiebedarf gesunken
Der Energiebedarf, vor allem bei Heizwärme, sei stark gefallen (seit 1990 von 228 auf 166 Gigawattstunden) und werde tendenziell weiter fallen durch immer bessere Gebäude-Isolierung, so Sengeboden. Die Wohnungsgesellschaften gehen seit Jahren beispielhaft voran, die Stadtverwaltung verweist zudem private Hausbesitzer immer wieder an die Verbrau-cherzentrale. Die hat eine Beratungsstelle in der Weimarer Straße und gibt Tipps zu kosten-günstigem Heizen und zum Klimaschutz.
Allerdings nennt die zweite Stadtwerke-Geschäftsführerin Simone Wienhold-Engelhardt einen weiteren Grund für den gesunkenen Energiebedarf: Man solle nicht vergessen, dass ab 1990 in Ilmenau viel Industrie verloren gegangen sei, die damals noch große Energiemengen verbraucht habe.
Man müsse nun überlegen, welche Energieträger und Heizsysteme eine Zukunft haben, ab-hängig von der Bevölkerungsentwicklung, sagt Sengeboden.
Fokus auf Biomasse
Das Biomasse-Heizkraftwerk erzeugt 32 Prozent des Ilmenauer Stroms selbst. Eine sehr gute Quote, wie Sengeboden sagt. Eine weitere Steigerung sei daher schwierig. Zudem werden in dem Kraftwerk aber 62 Millionen Kilowattstunden Fernwärme im Jahr aus Altholzverbrennung (Industrieholz und Verpackungen) erzeugt. "Das sind mehr als 50 Prozent der Fernwärmeerzeugung. Auch eine sehr gute Quote, die Ilmenauer Wärmeversorgung plant aber weitere Projekte, um die Quote zu verbessern." So soll demnächst an der Universität ein Absorber getestet werden, der aus Wärmeenergie Kälte erzeugt. Damit könnten im Sommer Hörsäle klimatisiert und Server-Räume gekühlt werden.
Das Energie-Projektteam wird sich noch fünfmal treffen, bis im Juli die Energiestudie fertig sein wird.
Den ungekürzten Artikel können Sie hier nachlesen.
Quelle: iS (19.01.2012)
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