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13.12.2011 13:37 71 days

Rückblick: Regional und Regenerativ!


Mit rund 100 Teilnehmern war die erste gemeinsame Veranstaltung der Thüringer Energie-und GreenTech-Agentur (ThEGA) und der Bioenergieberatung Thüringen ein voller Erfolg. 

Nach einführenden Worten durch Prof. Dr. Dieter Sell (ThEGA) und Denis Peisker (BIOBETH) folgte der erste Vortrag zum Themenblock Energie-, Klimakonzepte und Energieeffizient von Arianne Ruff (Fachhochschule Nordhausen) zum regionalen Energiekonzept für Nordthüringen. Das Energiekonzept quantifiziert für die Planungsregion Nordthüringen das Potenzial für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Weiterhin wurden Maßnahmen und Handlungsempfehlungen definiert, die das angestrebte Ziel einer Selbstversorgung der Region mit regenerativer Energie forcieren. Für die Biomassenutzung beinhaltet das zum Beispiel Untersuchungen zu Einzugsbereichen vorhandener und geplanter Biomasseanlagen, die Ermittlung zusätzlich geeigneter Standorte, Darstellung der aktuellen Nutzung des Wärmepotenzials bestehender Anlagen sowie eine Studie zu den Nutzungsmöglichkeiten der ermittelten Strohpotenziale. In der Zusammenfassung legte Frau Ruff dar, dass eine Selbstversorgung im Bereich Wärme und Strom mit erneuerbaren Energien in Nordthüringen möglich ist, wenn eine Senkung des Gesamtenergiebedarfes um ca. 30% erfolgt. Die Selbstversorgung im Sektor Mobilität ist dagegen mit den vorhandenen Ressourcen in der Region nicht möglich (13%).

Danach folgte Dr. Stefan Knetsch (Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz) mit der Vorstellung des „Integrierten Klimaschutzkonzeptes  - Strom, Wärme, Kälte“ der Stadt Weimar. Das über die BMU-Klimaschutzinitiative geförderte Konzept stellt das vorhandene Potenzial dar, zeigt die notwendigen Maßnahmen und den Zeitrahmen zur Erreichung der Nutzungs- Einsparziele auf. Im Stromsektor soll bis 2020 eine Deckung von 49% mit erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Koppelung erreicht werden. Weiterhin ist im Wärmebereich eine Reduzierung des Wärmeenergiebedarfes um 30% und eine Deckung von 36% durch erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Koppelung angestrebt. Trotz des hohen Arbeitsaufwandes wurde für die Betrachtungen die tatsächlichen Verbräuche von Gas, Fernwärme und Strom des Jahres 2008 herangezogen. Auf dieser Datengrundlage konnten für die vorher festgelegten 120 Teilgebiete Weimars Datenblätter mit Beschreibungen zum Denkmalschutzstatus, der Stadtteilstruktur, den spezifischen Verbräuchen und Maßnahmen der Energieeffizienzsteigerung und Erhöhung des Anteils an erneuerbarer Energie bzw. KWK erstellt werden. Nach dieser theoretischen Bestandsaufnahme, wurde aus dem Publikum auch eine ökonomische Betrachtung gefördert. 

Die vollständige Deckung des kommunalen Bedarfs an elektrischer und thermischer Energie auf Basis erneuerbarer Energiequellen ist das Ziel der Kleinstadt Großbreitenbach. Wie der Weg dahin aussehen könnte, stellte Corinne Ziege (EPC Engineering Consulting GmbH) in ihren Vortrag zur Leitstudie „Energieeffiziente Kommune am Beispiel Großbreitenbach“ vor. Für die Zielerreichung haben eine ausgeglichene Energiebilanz, die Steigerung der Energieeffizienz durch organisatorische Maßnahmen und vor allem die Wirtschaftlichkeit aller Projekte oberste Priorität. Unter anderem soll hier Holz aus dem nahe gelegenem Sägewerk zum Einsatz kommen. 

Den Abschluss des ersten Themenblockes bildete Stefan Bischof (KIJ Kommunale Im­mobilien Jena) mit seinem Vortrag zum Energiemanagement am Beispiel der Stadt Jena. Der Eigenbetrieb KIJ nahm 2003 seinen Betrieb auf und betreut ca. 400 städtische Gebäude. Zentrales Ziel ist die Sanierung und Erhalt des kommunalen Gebäudewertes. Mit Hilfe der Sanierungsmaßnahmen und des eingeführten Energiemanagements war es möglich,  trotz einer Energiepreissteigerung von 60 % (Zeitraum 2003 – 2009), die Kosten um 20 % zu reduzieren. So unterbieten die Heizenergieverbräuche der städtischen Gebäude heute die Vergleichswerte der DENA. 

Mit der Podiumsdiskussion „Wie fängt man an?“ startet der zweite Themenblock von „Regional und Regenerativ!“. Fünf Bürgermeister berichteten ausführlich und engagiert von ihren Erfahrungen bei der Umsetzung von EE-Projekten in ihren Kommunen. Dabei ging es längst nicht nur um Biomasse, sondern auch um die Verknüpfung aller regenerativen Energiequellen.

Daniel Illing (BIOBETH) griff das Thema der Podiumsdiskussion auf und stellte die „Umsetzung von Projekten auf kommunaler Ebene“ aus dem Arbeitsfeld der Bioenergieberatung Thüringen vor. Beim Fazit wurde deutlich, dass für das Gelingen von Bioenergieprojekten eine standortangepasste Betrachtung für die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit eines Projektes essenziel ist. Weiterhin umriss Daniel Illing die Trends für den Bioenergiebereich. Dazu gehören u.a. einer verstärkten Nachfrage nach Möglichkeiten einer energetischen Nutzung von Stroh und Landschaftspflegematerial, der Optimierungsbedarf bei der Wärmenutzung von Biogasanlagen sowie das Thema Regelenergie und Direktvermarktung.

Im letzten Themenblock standen die Möglichkeiten zur Finanzierung und Förderung im Mittelpunkt. Zum Auftakt präsentierte Ralf Päsler (juwi Holding AG) „Modelle für die Zusammenarbeit mit Kommunen“. Zu den Angeboten gehört zum Beispiel die Unterstützung bei der Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft. Weiterhin arbeitet juwi entweder projektspezifisch oder als strategischer Kooperationspartner auf Basis eines Kooperationsvertrags mit den Bürger-Energiegenossenschaften zusammen. Erfahrung bringt Juwi durch die Zusammenarbeit u.a. mit der Energiegenossenschaft Weserbergland (Niedersachsen), der Energiegenossenschaft Odenwald (Hessen) und der Energiegenossenschaft Oberbayern Südost eG (Bayern) ein.

Zum Abschluss von „Regional und Regenerativ!“ gab Joachim Seiler (DKB) Auskunft zu Finanzierungsmöglichkeiten kommunaler Energieprojekte mit Hilfe der Deutschen Kreditbank. 

Seit 15 Jahren engagiert sich die DKB im Bereich der erneuerbare Energien und bringt entsprechende Erfahrungen mit ein. In Zahlen ausgedrückt beträgt die kumulierte installierte Gesamtleistung der DKB in erneuerbare Energien 2,6 GW. 

Alle freigegeben Vorträge sind unter http://www.thega.de/projekte/regional-regenerativ/ veröffentlicht.



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